SIMETRIUM .COM EAN-13 · 95 Module
ISO/IEC 15420 · GS1
DE|36 Sprachen
Nicht verwechseln
Ein Strichcode ist eine Schreibweise, nicht die Nummer selbst. Dieselbe Artikelnummer GTIN lässt sich als EAN-13-Streifen, als Data-Matrix-Quadrat oder als QR-Code schreiben.
Kapazität
EAN-13 trägt 13 Ziffern auf 37 mm. Ein QR-Code gleicher Fläche fasst Hunderte Zeichen: dank der zweiten Dimension und der Fehlerkorrektur.
Auf dem Teller liegt ein Etikett mit einem EAN-13-Code über dem Fenster eines Kassenscanners. Ein roter Strahl läuft entlang der Scanlinie, der Lichtfleck wandert Strich für Strich über den Code. Unter dem Etikett zeichnet eine Fotodiode das Signal: ein dunkler Strich ist ein Einbruch, eine weiße Lücke ein Gipfel. Erreicht der Fleck den rechten Rand, zerlegt der Decoder 59 Übergänge in 13 Ziffern. Die Ziffern leuchten grün auf, der Scanner piept.
Begriffspass · automatische Identifikation · linearer Code

Strichcode

EAN-13 · 13 Ziffern · 95 Module · 30 Striche · 29 Lücken

Die Kassiererin zieht eine Milchpackung über das Scannerfenster, und den Bruchteil einer Sekunde später piept die Kasse. Der rote Strahl ist über 30 Striche und 29 Lücken gelaufen, die Fotodiode hat 59 Helligkeitsübergänge gesehen. Der Decoder hat sie in 13 Ziffern zerlegt und die letzte geprüft. Ist die Packung zerknittert und ein Knick läuft durch einen Strich, sind es 61 Übergänge, und die Kasse bleibt stumm. Der Code ist so gebaut, dass er lieber nicht liest, als falsch zu lesen.

Ein Strichcode schreibt eine Zahl in den Breiten dunkler und heller Streifen. Die Breiten sind Vielfache des Moduls, des schmalsten Streifens. In EAN-13 belegt jede Ziffer 7 Module: zwei Striche und zwei Lücken. Die erste Ziffer hat keine eigenen Striche, sie steckt darin, mit welchen Sätzen die linke Hälfte geschrieben ist. Die dreizehnte Ziffer ist die Prüfziffer: Sie wird aus den übrigen zwölf berechnet.

Was es istoptischer maschinenlesbarer Code aus parallelen Strichen und Lücken
SymbologieEAN-13 und UPC-A auf Waren, ITF-14 auf Kartons, Code 128 in der Logistik
ModulX = 0,330 mm bei 100 %; zulässig 80–200 %, von 0,264 bis 0,660 mm
Kapazität12 Datenziffern und eine Prüfziffer: 10¹² Nummern
AbsicherungPrüfziffer mit den Gewichten 1 und 3; fängt jeden Einzelfehler
Gelesen mitrotem 650-nm-Laser mit Fotodiode oder Kamera mit Beleuchtung
Zum Scanner Zur Entwicklung der Codes
Etymologie

Strich aus dem Deutschen, Buch aus dem Lateinischen

Der Code wurde in den USA erfunden und nach seinem Aussehen benannt: bar code, „Streifencode“. Andere Sprachen übernahmen entweder das englische Wort oder übersetzten es mit eigenen Wurzeln. Das russische «штрих-код» ist aus deutschen und lateinischen Lehnwörtern zusammengesetzt; in Normen steht «штриховой код».

штрихdt. Strich
streichen · ziehen→Strich · Linie→штрих
Das deutsche Strich bedeutet Linie, Streifen, vom Verb streichen, „ziehen, entlangfahren“. Im Russischen hat sich das Wort in Zeichnung und Grafik festgesetzt: «штрих» ist ein kurzer Strich, mit dem man Schatten anlegt. Daher «штриховка» (Schraffur) und «штриховой код».
Codelat. codex
caudex · Stamm→Täfelchen · Buch→Gesetzbuch→Chiffre, Code
Lateinisch caudex, codex bedeutete Stamm, Klotz, dann zusammengebundene hölzerne Schreibtafeln und Buch. Auch ein Gesetzbuch nannte man Kodex. Das französische code bezeichnete im neunzehnten Jahrhundert ein System vereinbarter Zeichen: Telegrafencodes ersetzten Sätze durch kurze Buchstabengruppen.
barcodeengl. bar + code
altfr. barre · Balken→bar · Streifen→bar code → barcode
Bar heißt Stange, Querbalken, Streifen; über altfranzösisch barre. Zuerst schrieb man getrennt, bar code, später zusammen. Das Russische nahm statt bar sein eigenes «штрих» und behielt code.
Wie es in anderen Sprachen heißt
条形码 tiáoxíngmǎ — Chinesisch: „Code aus Streifen“, eine Lehnübersetzung aus dem Englischen; kurz 条码
バーコード bākōdo — Japanisch: das englische Wort in Katakana; die Artikelnummer heißt in Japan JAN
código de barras — Spanisch und Portugiesisch: „Code aus Balken“
الباركود — Arabisch: eine Entlehnung; in Normen الرمز الشريطي, „Streifenzeichen“
зураасан код · баркод — Mongolisch: „Code aus Strichen“ und eine Entlehnung aus dem Englischen
code-barres · Strichcode — Französisch und Deutsch: derselbe „Streifencode“
EAN
European Article Numbering, europäische Artikelnummerierung; heute International Article Number
UPC
Universal Product Code, „universeller Produktcode“, USA und Kanada. In Japan heißt dasselbe Format JAN, Japanese Article Number
GTIN
Global Trade Item Number, die Artikelnummer selbst, die als Strichcode geschrieben wird
QR
Quick Response, „schnelle Antwort“: Der Code war für schnelles Lesen in der Fabrik gedacht
01 · Aufbau

Dreizehn Ziffern in 95 Modulen

Der Code wird von links nach rechts in Modulen gelesen: 1 ist dunkel, 0 ist hell. An den Rändern stehen die Begrenzer 101, in der Mitte 01010. Dazwischen liegen sechs Ziffern links und sechs rechts, je 7 Module. Jede Ziffer besteht aus zwei Strichen und zwei Lücken von je einem bis vier Modulen Breite.

Eine Ziffer lässt sich in drei Sätzen schreiben. Satz L beginnt mit einem hellen Modul und hat eine ungerade Zahl dunkler. Satz G ist das Spiegelbild von R und hat eine gerade Zahl dunkler. Satz R ist das Negativ von L und steht nur rechts. Aus dem Wechsel von L und G in der linken Hälfte erkennt der Scanner die erste Ziffer und zugleich die Richtung: Der Code lässt sich auch auf dem Kopf durchziehen.

dᵢ — Ziffer an Position i · c — Prüfziffer · eₖ — Elementbreite in Modulen · X — Modulbreite · k — Druckmaßstab
95
Module von Rand zu Rand
59
Übergänge sieht der Scanner
10¹²
Artikelnummern
Interaktiv · eine Ziffer, drei Sätze

Wie aus einer Ziffer Streifen werden

Wählen Sie eine Ziffer. Unten steht ihr Muster in drei Sätzen zu je 7 Modulen und der Satzwechsel, wenn diese Ziffer an erster Stelle steht.

Referenz · EAN-13 bei 100 %
0,330 mmModulbreite X 37,29 × 25,93Symbolgröße in Millimetern samt Ruhezonen 11X · 7XRuhezonen links und rechts, ein leeres Feld ohne Druck 22,85 mmHöhe der Striche; sie darf nicht gekürzt werden
Interaktiv · Scannerlabor

Beschädigen Sie den Code und sehen Sie, wann die Kasse aufgibt

Drei Versuche auf einem Etikett. „Kodierung“: Ziffern ändern und sehen, welche Streifen sich umbauen. „Scanner“: den Strahl verschieben, den Druck verkleinern, die Farbe verlaufen lassen, kratzen. „Kassierfehler“: eine Nummer mit Fehler eingeben und prüfen, ob die Prüfziffer ihn fängt.

Strahllinie
Druckgröße
Farbverlauf

Diagramm · wo der Code lesbar ist
Druckgröße und Farbverlauf
Jede Zelle ist ein eigener Lesevorgang am aktuellen Code mit demselben Strahl, denselben Kratzern und derselben Farbe. Grün: gelesen; rot: nicht lesbar; gelb: Prüfziffer stimmt nicht. Der Punkt sind Ihre Regler.
Achse: Druckgröße, %Verlauf, Module
Diagramm · was die Prüfziffer fängt
Anteil gefangener Fehler
Der Rahmen ist die Theorie für alle möglichen Fehler dieser Art, die Füllung sind Ihre Versuche im Modus „Kassierfehler“. Das Vertauschen im Abstand von einer Stelle bemerken die Gewichte 1 und 3 nie.
Fehlerart% gefangen
02 · Entwicklung der Codes

Vom Kreis im Sand zum Quadrat auf der Packung

Jeder neue Code beantwortete ein Problem des alten. Der Kreis ließ sich von jeder Seite lesen, war aber schwer zu drucken. Farbstreifen an Waggons verblassten. Zifferncodes konnten keine Buchstaben. Lineare fassten nicht mehr als ein paar Dutzend Zeichen, und der Code wuchs in die zweite Dimension.

trägtwarum
03 · Verdichtung und Kapazität

Nur Ziffern, fünf Längen

Ein Code verdichtet Daten durch die Wahl des Alphabets. Code 39 braucht für jedes Zeichen 16 Module, weil er auch Buchstaben kann. Code 128 im Satz B legt ein Zeichen in 11 Module, im Satz C gleich zwei Ziffern. ITF versteckt die zweite Ziffer eines Paares in den Lücken der ersten. EAN-13 ist am dichtesten: Er weiß vorher, dass es genau 13 Ziffern sind.

ZU KODIERENDE ZIFFERN

Alle Codes sind mit einem Modul von 0,33 mm gezeichnet, ohne Ruhezonen. Rechts steht die Länge in Modulen und in Millimetern.
Code
Art
Ziffern
Buchstaben und Ziffern
Byte
Fehlerschutz
04 · Was kodiert ist

Eine Nummer, keine Beschreibung

Im Code stehen weder Name noch Preis noch Haltbarkeit. Nur die GTIN, anhand derer die Kasse den Artikel in ihrer Datenbank findet. Die ersten drei Ziffern sind das Präfix der nationalen GS1-Organisation, die die Firmennummer vergeben hat. Das Herstellungsland bedeutet es nicht: Eine Fabrik in China kann eine Nummer in Deutschland bekommen, ein argentinisches Unternehmen eine in den USA. Dann folgen Firmennummer und Artikelnummer, ihre Grenze verschiebt sich. Die letzte Ziffer ist die Prüfziffer.

Die Nummern sind erfunden, Präfixe und Aufbau sind echt. Die gewählte Nummer geht auch ins Scannerlabor.
Zerlegung der Nummer
GS1-Präfixe, Auswahl
05 · Druckregeln
Richtig
dunkle Striche auf hellem Grund: schwarz, blau, dunkelgrün
Ruhezonen: 11X links und 7X rechts, ohne Rahmen und Text
Maßstab 80–200 %, Modul von 0,264 bis 0,660 mm
auf dem Thermodrucker Striche längs zur Papierlaufrichtung
Ziffern unter dem Code in OCR-B, damit die Kassiererin sie von Hand eintippen kann
Falsch
rote und orange Striche: Der rote Strahl sieht sie als Papier
helle Striche auf dunklem Grund für einen Kassen-EAN-13
gekürzte Strichhöhe: Die Strahllinie findet keinen ganzen Code
Code auf einer Naht, auf dem Falz eines Beutels oder unter glänzender Folie mit Reflexen
Druck kleiner als 80 %: Der Strahlfleck ist breiter als die schmalste Lücke
06 · Nachbarcodes
07 · Historischer Teil
Punkte und Striche → Streifen
Anmerkung

Norman Woodland kam der Code nach eigener Erzählung an einem Strand in Miami. Er zeichnete mit den Fingern die Punkte und Striche des Morsealphabets in den Sand und zog sie nach unten, so entstanden schmale und breite Streifen. Damit sich die Marke von jeder Seite lesen ließ, bog er die Streifen zu Ringen. 1952 erhielt er mit Bernard Silver das US-Patent 2 612 994.

Zum Lesen eines Kreises fehlte das Gerät: Für den Versuch brauchte man eine starke Lampe und einen Photomultiplier aus einem Filmprojektor. Der Code wartete zwanzig Jahre auf billige Laser und Chips. 1973 wählten amerikanische Handelsketten den rechteckigen UPC, entwickelt bei IBM unter Mitwirkung von Woodland. Die Kreise verloren wegen des Drucks: Auf der laufenden Bahn der Druckerei verschmierte die Farbe sie in eine Richtung.

„Zielscheibe“, 1952
das Fundament · 7 Einheiten

Die sieben SI-Basiseinheiten

zum Thema · Codes und Bezeichnungen
Das Labor des Verzeichnisses: ein Glas Kohlsaft, ein Brenner, ein Glas Wasser auf einer kalten Platte und ein Zahnradgetriebe
Verzeichnis · alle Größen auf einer Seite
Das Labor am Eingang zum Verzeichnis

Ein Tropfen Säure ändert die Farbe des Safts, Salz färbt die Flamme, Wasser gefriert durch ein Klopfen. Darunter alle Simetrium-Blätter, nach Fachgebieten und alphabetisch.

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